07.08.2014 Zweiter Arbeitstag und Dachterassenparty

Der zweite Arbeitstag war wohl einer der längsten, die ich je hatte. Vormittag stand normale Büroarbeit an. Zum Mittag gabs echtes indisches Curry. Danach gingen wir in die Lounge (Mischung aus Bar und Club) ein paar Gebäude weiter, um die Party am Abend vorzubereiten. Die Aufgabe bestand darin 2 Stunden auf den Bierlieferant zu warten, ein paar Kisten zu überprüfen und zu tragen, und aus Warten. Meine Kollegin Suzie war voll sauer, weil die Angestellten der Lounge so langsam waren und nicht voran kamen :D. Wir genossen derweilen die Aussicht vom Dach.

Beim Vorbeireiten der Getränkekühler gab es noch einige Missverständnisse. PJ sprach z.B. über das Bier "Palm Tray" und ich war völlig verwirrt: "Palm Three? Which Palm Three?" - Wo soll denn hier eine Palme sein? .. bis ich dann irgendwann heraus fand, dass es hier um Bier geht. Naja.

Nach einem fetten Hamburger mit PJ mussten wir uns dann beieilen um wieder rechtzeitig auf der Party zu sein. Da ich es etwas eilig hatte und die Party eh nur für die High-Society war, holte ich mir keinen Stempel. Was dann natürlich dazu führte, dass ich nicht auf die Terasse durfte. Zum Glück hatte mir dann einer geglaubt, dass ich da arbeite.

Eigentlich sollte ich Bierflaschen öffnen, aber da vor der Bar so ein großes Gedränge war, stand ich einfach nur an der Seite rum. Der Chef stand übrigens auch den ganzen Abend nur an der Seite und hat mit niemanden gesprochen. Also hab ich ja anscheinend nichts falsch gemacht.

Diese Halbnacktmodels als Russland und Italien hatten zwar keinen wirklichen Zweck, aber man konnte mit denen Fotos machen. Also haben wir Sie gleich Mal als Bierwerbung benutzt.
Ray war neidisch auf die muskulären Körper, weil Chinesen ja nicht wirklich so muskulös werden. Ich war allerdings eher der Meinung, dass da in Sachen Sixpack noch was geht!

Das ist übrigens Ray. Ein von zwei Chinesen im französischen Montreal in Kanada geborener Kanadier, wie er sich selber nennt. Ray hat mich auch eingestellt und ist total cool drauf. Auf der Party stand er auch öfter etwas verloren rum. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich Frauen gestalked hat, um herauszufinden ob er bei denen eine Chance hat :D Er kennt auch viele Regeln über das Verführen von Frauen, aber in China zieht sowas kaum, da alle Frauen einen reichen und/oder westlichen Mann wollen.

Eigentlich durften wir ja kein Bier trinken, aber Ray hatte sich ein Chimay geholt und kam mit den 9% nicht so gut klar. Also drückte er es mir in die Hand, ich solle es irgendwo loswerden. Wo denkt er hin?? Deutsche und Bier verschwenden!!! Also hopp hopp rinn in kopp. Ich sollte ja sowieso alles kosten.

Außer einem kleinen Schluck Wein war das auch das einzig Gute was ich an dem Abend zu trinken bekam.

 

Kurz vor 23 Uhr fiel mir dann auf, dass ich den letzten Bus wohl verpasst habe. Meine Adresse hatte ich auch nicht bei mir, was Taxifahren unmöglich machte und Rikscha fahren fand ich ohne die passenen Vokabeln auch doof. Also laufen. 45 Minuten bei immer noch warmen 25°C.

Der Tag bestand also aus 8 Stunden auf Arbeit und 4 Stunden Präsens-Party, bei der man nichts trinken konnte. Wieder konnte ich vor um 3 nicht einschlafen :( obwohl ich total müde war.

 

08.08.2014 Arbeit und Welcome Party

Es wurde uns zum Glück erlaubt, nach diesem langen Abend erst später auf Arbeit zu sein. Ich kam gegen 13.15 Uhr auf Arbeit an. Während PJ und Dany ankamen und gleich wieder zum Mittag verschwanden, setzte ich mich wieder an die Aufgabe Kindersekt cool rüberzubringen.


Eins kann ich euch sagen, zwei 20jährige Jungs sind sowas von anstrengend. Da ist mir erstmal aufgefallen, dass ich fast nie was mit Jungs zu tun hatte, die jünger sind als ich. Naja die beiden waren irgendwie auf Mädchenfang. PJ hatte auf der Party sowieso ein paar Frauen kennegelernt. Die waren aber definitiv nicht sein Alter.

Nach der Arbeit waren wir japanisch Essen. Es gab also schon fast alles außer Chinesisch :D

Auf dem Weg zur Welcome Party wurde ich von einer Chinesin angesprochen, die von einer Make-up Schule war und mich gern schminken wollte. Da wir uns aber leider weder auf Englisch, noch auf Chinesen verständigen konnten, tippe sie alles in ihr Handy und lies es übersetzen. Plötzlich standen 5 Mädels um mich herum. Nächsten Freitag um 8 Uhr morgens wollen Sie mich zu irgendeinem Campus mitnehmen. Öhm ja. Das klingt ja eigentlich ziemlich cool, aber alleine und ohne dass wir uns verständigen können ist das wohl nicht so die tollste Sache. Ich versuche mal meine Mitbewohnerin zu überzeugen mich zu begleiten.

Die Welcome Party war in der "Kokomo" Bar auf der Dachterasse. Wunderbarer Ausblick. (Links wieder Hutong School, rechts Arbeit). Es gab Freibier, aber es waren nur 12 Leute da. Also irgendwie hatte ich mehr erwartet. Da zur Zeit Sommerferien sind, bleiben die meisten auch nur ein paar Wochen. Es war auch irgendwie jeder schon mal in Peking. Neben einigen Italienern gab es auch eine Deutsche, Ramona 29. Irgendwie war es komisch nach einer Woche nur Englisch wieder Deutsch zu sprechen. Das brachte einen völlig aus dem Konzept. Aber war schön mal richtig zu quatschen. Wir nahmen aber schon den letzten Bus um 11 nach Hause. War also eine kurze und eher langweilige "Party".

 

09.08.2014 Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

Eigentlich hatten sich Dominika und eine Italienerin und noch ein paar weitere zum Sightseeing verabredet. Sie wollten in eine berühmte Shoppingstraße und zur Verbotenen Stadt. Ich sagte zu, dass ich mitkomme, war mir aber später unsicher ob ich Lust auf Shopping und den ganzen Tag mit Mädels abhängen hatte.

Naja, da um 10 Uhr Treffen angesagt war, bereitete ich mich vor. Gegen um 9 hörte ich wie Doninika die Wohnung verlies. Hä? Wo will die denn jetzt eine Stunde lang hinfahren? Hmm. Eigentlich hatte ich vor mit ihr mit zu gehen. Um 10 Uhr war kein Schwein am Treffpunkt. Daher erschloss ich mir, dass sich der Plan wohl geändert hatte. Erreichen konnte ich auch keinen, also gehe ich halt allein. Auch schön.

Plan: mit der U-Bahn zur Verbotenen Stadt fahren und mich erstmal umgucken. Fazit: Nicht ganz sooo gute Idee.
Dazu gleich mehr. Zu aller erst kurz zur U-Bahn. Die unterirdischen Zugänge sind wahnsinnig riesig, über mehrer Etagen mit Sicherheitskontrolle, Taschenscannen, Treppen, Rolltreppen, 4 Ausgängen. WoW. Und das selbst wenn es nur eine Haltestelle ohne Umsetigmöglichkeiten ist. Wie überall, sauber und ordentlich, ohne Geruch, da ja alles bewacht und geputzt wird. Die Gleise sind durch Glaswände vom Bahnsteig anbgetrennt. Während der Fahrt läuft Werbung an den Tunnelwänden mit. Es ist seeeehr voll in der U-Bahn und es gibt keine Angabe über Endhaltestellen. Man muss nur die nächste Station wissen um die Richtung auszumachen.

Schon am Ausgang zwischen verbotener Stadt und National Museum war die Hölle los. Überall standen Menschen, es war uneinsichtig wo es weiter geht. Ich wurde von dem Chinesen Kevin angesprochen und gefragt ob ich einen Guide brauche. Nö. Er erzählte mir, dass ich wohl 2 Stunden warte müsste um in die Verbotene Stadt zu kommen. Und dass so viel los ist, weil die Chinesen gerade Ferien haben (bis 30.08.). Ich solle doch ins National Museum gehen. Ja klingt gut. Ich versuchte ein Stück gerade aus zu gehen und landete in einer Schlange, keine Ahnung zu was. Also wieder raus da. Ich traf erneut Kevin, er lachte und wollte mir unbedingt eine Tour andrehen und meine Handynummer. Ähm nein. Also ab zurück in den Untergrund, um unter der 14 spurigen Straße durch, auf die andere Seite zum National Museum. Überall Menschenstau. Irgendwann schaffte ich etwas Freiraum zu finden. Am Museum stand auch eine Schlange an, also entschied, mir das mal für einen ruhigen Wintertag aufzuheben.
Hier der Blick zum "Platz des Himmlichen Friedens". Gehn wir da mal hin, da sollte ja Platz sein.

Schon wieder sah ich eine Menschenschlange bei der es völlig unklar war, wozu sie gebildet wurde. Nein, die warten nicht auf den Bus. Die warten bis der Polizist vorn das Gatter aufmacht und sie über die Straße gehen dürfen! Nagut, da machen wir doch mal mit. Auf der anderen Seite kam man direkt wieder in eine Schlange. Boarh.... da musste man dann durch eine Sicherheitsschleuse. An Rand stand einer, der irgendwas erzählt hat und Pfand sammelte. Das erweckte irgendwie den Anschein, dass man nichts zu trinken mit auf diesen öffentlichen Platz nehmen durfte. Ich wollte mein getränk aber unter keinen Umständen abgeben. An der schleuse, wieder mit Taschenscan und Piepsgerät, wurde dann auch meine Tasche behalten, weil etwas nicht ok war. Auf meine Frage was das denn soll, durfte ich alles samt Getränk mitnehmen (übrigens samt meines Campingbestecks). Cool, aber hab ich nicht verstanden. Aus dem riesigen Karton voller Feuerzeuge schloss ich, dass auch diese verboten sind. Ein steinerner Platz ist auch höchstentzündlich..... O.o

Ab hier begann dann auch meine Prominenz zu steigen. Prinzipiell angestarrt wurde ich von allen. Einige versuchten es heimlich mit Fotos, aber einige trauten sich auch zu Fragen. Besonders beliebt: Fotos mit Kindern. So und wenn die anderen nun gesehen haben, dass du bereit bist Fotos machen zu lassen, dann kommen immer mehr die auch eins wollen. Da ich eh nur umherschländerte war es lustig.
      

Nach den zwei Vordertoren, dem Mao Mausoleum (wo ich noch reingehen muss) und Denkmal der Volkshelden kam ich auf dem "Platz des Himmlichen Frieden" an und konnte das "Tor des himmlichen Friedens" begutachten.

Da das ja mit der Verbotenen Stadt nicht viel Sinn ergab, schlenderte ich so der Außenmauer entlang und fand den Zhongshan-Park, der sich noch vor der Verbotenen Stadt befindet. Für 50 Cent konnte ich wieder mit vielen Chinesen Fotos machen :D und ein paar wunderschöne Ecken entdecken. Es gab ein paar schöne Tempelanlagen und eine riesige, unschöne, quadratische Steinplatte. Für Opfergaben, wie ich später gelesen habe. Also es gab da ein paar bedeutungsvolle Dinge, die jetzt aber optisch niemand vom Hocker gehauen haben.

Was allerdings meine vollste Begeisterung erhalten hat, sind diese Schirme für Kinder :) Die hatten sehr viele Kinder. Einfach nur Saulustig!!! Beim nächsten Festival kann ich damit kühlen Kopf bewahren :) Eric, ich hab dir auch gleich einen mitgebracht :D

Westlich der verbotenen Stadt befinden sich zwei riesige Seen, die aber irgendwie zum Militär gehören und dadurch als wirklich verbotene Zone gelten. Ich frag mich ehrlich wozu die diese Seen beanspruchen. Voll Sinnlos. Man durfte übrigens auch kein Foto von dem leeren See machen. Hab Anschiss bekommen. Hab sicher voll die geheime Wasseroberfläche fotografiert.

Also auf zum Bei Hai See mit der Jade Insel und der "Weißen Pagode". Die steht mitten auf einem Berg. Der Aufstieg war relativ tödlich. Nun irgendwie konnte ich dem Ding nichts abgewissen. An einem Schild stand etwas mit 1000 Buddhas und buntem Glas. Ja nee.... da gabs nichts. Wikipedia sagt mir gerade, dass in dem Tempel die vier Himmelsrichtungskönige stehen sollen. Aber ich habe keinen Eingang gefunden.

Auf dem Hang befanden sich mehrer Tempel mit beeindruckenden Buddhafiguren (durfte man leider nicht fotografieren) mit Ihren 12 Beschützern. Die haben wirklich das Gefühl von Ehrfurcht hervorgerufen.

Ich bin etwas unsicher wieso es einmal die schlanken Buddhas gibt und ein mal den dicken, wie hier auf dem Bild. Eric kann mir das sicher erklären :D

Hier seht ihr ein Bild von Googlemaps von dem See mit der Jadeinsel. Weißes Viereck = Pagode. Von da aus bin ich dann ca. 60% des Sees umlaufen. In dem Park rundherum gab es noch einige Tempel. Leider waren nicht alle geöffnet. So konnte ich nicht zum "Altar der Seidenraupe" :D :D und habe die Könige der Himmelsrichtungen in einem anderen Tempel auch nicht sehen können. Also muss ich da nochmal hin!

Alle weißen Punkte, die man hier auf dem See sieht sieht Tretboote bzw. Elektrobote in Seerosenform :D

Und es gab vooooolll niedlichen Ententretboote!!!! Auf jeden Fall war es genauso chaotisch wie der Straßenverkehr.

Hier der Blick auf die Jadeinsel. Mit tausenden Booten im Vordergrund.

Sehr schöner Tempel mit ebenfalls mächtigen Buddhafiguren.

Und genau ab hier, gings mir plötzich nicht mehr gut. Ich konnte nicht mehr tief einatmen, hatte wie nen Kloß im Hals und war völlig fertig. Also ich vermute mal eine Mischung aus Hitze und Smog. Denn durch den leichten Smog, war der Himmel leicht trüb und man unterschätzte die Sonnenstrahlung. Naja, also hab ich dann erstmal ne Pause am See eingelegt und etwas im Reiseführer gelesen.

Die Wand der 9 Drachen.

Trotz, dass ich über 3 Stunden in diesem Park unterwegs war, habe ich leider nicht alles gesehen. Einige Gebäude waren geschlossen und einige wurden geschlossen, während ich da war (16.30 Uhr).  Fazit: Vorher genau informieren was man alles sehen will.

Um wieder nach Hause zu gelangen, lief ich zu dem Punkt, wo eine U-Bahnstation auf der Karte eingezeichnet war. Die war da aber nicht! Und auch 500m weiter nicht! Also ab in die andere Richtung... auch nicht. Hab ich eine gefragt "jaja, immer weiter geradeaus". Im Endeffekt war die echt nicht da, wo sie eingezeichnet war!

Von der U-Bahn dann nur noch "fix" nach Hause laufen :( ...

Ich wohne übrigens da, wo der rote Kreis ist.. in den Gebäuden die von oben wie "ESS" aussehen. Also falls mal Aliens landen, dann sicher hier, bei so einer klaren Botschaft!

Auf der linken Seite befinden sich die Hutongs. Das sind ganz viele kleine Häuse, die durch winzige Gassen und Hinterhöfe verbunden sind. Diese Gebiete wurden größtenteils für die Modernisierung abgerissen, einige urtümliche Viertel sind aber zum Glück noch erhalten und werden sogar Erhalten.

Hier mal ein paar Produkte, die ich hier so gekauft habe:

Auf manchen Produkten stehen zum Glück eine englische Bezeichnungen mit drauf.

So nach fast einer Woche kann ich dir sagen, Julia, "Wesschni" ist hier auf jeden fall mein ständiger Begleiter. "Gloobschni" bezieht sich eher auf "ni zu gloobn" was hier so los ist. Und "Habbschni" musste ich schon einigen über die App "We Chat" sagen. Braucht man hier um zu überleben.

 

 

 

Zuletzt noch mein ABSOLUTER AKTUELLER HASS (gleich neben der Hitze): Ich Sterbe grad vor Mückenstrichen!

Ich verstehe nicht wie die durch geschlossene Fenster bzw. Fenster mit Fliegengitter kommen können! Ich hab auch alle getötet, die ich hier hatte und viel Möglichkeiten zum Verstecken ist nicht!

Auf jeden Fall jucken die sowas von sehr, das gibts garnicht! Und dass sie mir das Haus vom Nikolaus aufs Bein gestochen haben, find ich auch echt nicht lustig!!!

Zumal es noch mindestens 7 weitere Stiche gibt! Außerdem sorge ich mich etwas um die Übertragung der Japanischen Enzephelitis... also drückt mir die Daumen, dass ichs überlebe.