Doofheiten

Diese Woche hab ich mir einige Doofheiten erlaubt. Man ist halt doch nur Tourist und kein Einheimischer.

1. Großes Thema: Verpackungsbeschriftungen lesen. Unmöglich. Also Dinge kaufen, die so aussehen, so verpackt sind, wie man sie kennt. Größtenteils hat das bisher auch funktioniert. Aber 2 Mal ist es ziemlich schiefgegangen. 1) Feuchttücher, die von mir als feuchtes Toilettenpapier gedacht waren, die aber mit Alkohol getränkt sind.  Eeeher ungünstig. XD   2) Mein Zuckerhaushalt war etwas niedrig und es war sehr heiß, da dachte ich ein Eis ist jetzt genau das Richtige. Nach meinem Cranberry-Wassereis mit Fruchtschalen drin wollte ich nichts falsch machen und griff zu einem grünen Wassereis. Ich muss ja zugeben, so richtig auf die Verpackung geschaut habe ich nicht. Erst draußen: Auf der Verpackung waren lauter Erbsen! Und das Eis an sich dunkelgrün. Nein?? Erbseneis? Wer isst denn sowas? Also ich nicht, das war nach dem ersten Versuch klar. Schmeckt eigentlich nur mehlig. Widerlich! Nachdem ich mich damit noch schön bekleckert hatte, wanderte es in den Müll. Vielleicht hat mich deswegen der Verkäufer so freudig angegrinst….

    

2. Anweisungen richtig verstehen. Ebenfalls unmöglich. Als ich früh im Bus mit meiner Arbeitstüröffnerkarte bezahlen wollte, funktionierte das nicht wirklich. Worauf mich der Busfahrer auch versuchte hinzuweisen. „Bu dui“ für „nicht richtig“ hatte ich verstanden. Hmm… was hat er nur gemeint? Und kann ich da jetzt kostenlos mitfahren? Vielleicht ist mein Geld auf der Karte alle? Beim Blick auf die Karte erübrigten sich natürlich alle weiteren Fragen. *Facepalm*

3. UBahn Eingänge finden und den richtigen Ausgang nehmen. Ich hasse es! Da läuft man nun schon ewig bis zur nächsten U-Bahnstation und dann findet man meistens den Eingang nicht. Auf der Karte ist ja auch alles nur so uuungefähr eingezeichnet. Ich bin also auch schon 2 Mal zur nächsten Station gelaufen (ca. 1km).

Im Untergrund läuft man dann ebenfalls nochmal 600m Treppe rauf und Treppe runter um zur gewünschten Bahn zu kommen. Fix Umsteigen bereitet auch einen 600m weiten Weg bis zur nächsten Bahn über mehrere Ebenen. Und das Verlassen der U-Bahn ist bei 3-5 Ausgängen, zu denen man unterirdisch wieder 600m laufen muss (Treppe rauf und runter) ziemlich nervig. Vor allem wenn man dann feststellt, dass man den falschen genommen hat und alles oberirdisch wieder zurücklaufen muss! Besonders schlau ist es dann, in die falsche Richtung zu laufen und sich von einem Gewitter komplett durchnässen zu lassen, weil man entlang der Ringstraße läuft, die man nur an einer Stelle überqueren kann und man so ewig erst hin läuft und dann wieder auf der anderen Straßenseite zurück.

4. Noch eine Erkenntnis: Wenn deine Haltestelle nicht dran steht, dann hält der Bus da auch nicht! Bisher hieß es, ich kann von meiner Haltestelle aus jeden Bus nehmen, alle fahren 4 Stationen gerade aus nach Sanlitun. So habe ich schon verschiedene Busse ausprobiert, hat immer gestimmt. Diesen morgen nahm ich die 118. Da ich gegenüber der Karte stand, verfolgte ich die Stationen. Komisch… Sanlitun steht gar nicht dran. Hmm. Aber sonst stimmen alle Haltestellen. Naja der Bus ist alt und Sanlitun ist neu, vielleicht hieß es vorher anders und hier steht nur noch der alte Name dran. Ähm Nein! Eine Haltestelle vor meiner ging es scharf nach rechts und wir fuhren schön 600m weg von meinem Ziel. Da ich mich mit jemanden von der Schule treffen wollte, war das natürlich schön zum kotzen. (Aber der ist Chinese, der war eh noch nicht fertig als ich dann 15 Minuten später kam).

5. Stell dir mal vor: Es ist kurz vor 22 Uhr. Du kommst mit deinem schweren Rucksack von der Arbeit mit anschließendem Sprachkurs. Musst aufs Klo und willst einfach nur deine Ruhe. Plötzlich stellst du fest, dass deine Haustür, von der es hieß „die ist immer offen, dazu gibt es keinen Schlüssel – mach dir keine Sorgen“, zu ist. Richtig zu, ganz fest zu. So, rufste eine Mitbewohnerin an, die geht wie immer nicht ans Handy. Von der zweiten hast du die Nummer nicht. In der Schule ist keiner mehr. Schön. Zum Glück kam innerhalb kurzer Zeit ein im Haus wohnender Opi vorbei der den Türcode kannte. Wiedermal einer, auf den man selber nicht gekommen wäre: 02021111. So was Dämliches hätte ich wohl nie probiert. Und da biste glücklich, dass du daheim bist und dann schlägst du einfach nur wieder im WG Alltag auf:
Irgendwann…. Da kommt der Tag… an dem ich nach Hause komme… und alles noch so ist, wie ich es zurückgelassen habe. Es wird noch Geschirr da sein… das Bad ist nicht überflutet und nur voll meiner Haare… das Abwaschbecken steht nicht voll Geschirr… und meine einzige Dose Bier, auf die ich mich wirklich gefreut hab, wird erwartungsvoll noch für mich im Kühlschrank stehen!!!!!!!

 

Chinese Fooood.

Diesem Thema habe ich zwei Versuche gegeben. Versuch Nr. 1 Montag. Chinesisches Restaurant. Auf einer 50 seitigen Karte war von jedem Gericht ein Bild. Man konnte nur bei einem der 100 Bilder erkennen was es sein soll. Ansonsten lassen sich chinesische Bestandteile von Gerichten nicht identifizieren. Zum Glück gab es eine englische Beschreibung. Ich dachte ich versuche mal was und nehme Tofu mit Ei. Auf dem Bild waren mehrere kleine frittierte Quadrate und in der Mitte eine dunkle Soße mit dem Tofu. PJ orderte Reis mit Schweinefleischstücken. Der Geschmack gefiel mir aber nicht. Als mein Essen dann kam, war schnell klar, dass ich wohl nicht viel davon essen würde. In der schwarzen Soße waren Pilze und Fisch und die frittierten Quadrate waren Tofu gemischt mit Rührei. Davon habe ich ein paar gegessen. Im Endeffekt war dann PJs komischer Reis auch nich lecker, aber doch besser. Also habe ich davon noch etwas gegessen.

Versuch Nr. 2 Sonntag. Da meine Mitbewohnerin Jana da war, fragte ich ob sie mir ein Restaurant in unsere Straße zeigen will. Sie sagte ja und wir zogen los. Ich entschied mich für Jiaozi mit Huhn, da es Frau Jia immer als Art Maultasche angepriesen hatte. Das kleine Gericht für 1,70€ umfasste ca. 15 Teigtaschen mit grünem Inhalt. Äh? Ich wollte doch Huhn? Ach da ist es… 5% Huhn, 95% Grünzeug. Und übelst viel Lauchzwiebel und anderes intensives Grünzeug. Hmmm jetzt auch nich so der Hit, aber ich konnte einige davon essen. Die Wirkung zeigte sich am nächsten Morgen, als ich mit Bauschmerzen aufwachte. Ich entschied mich kurzer Hand daheim zu bleiben und erst nachmittags auf Arbeit zu gehen. Heute ist Mittwoch und mir geht es schon wieder nicht gut. Mein Körper wehrt sich gegen das merkwürdige Essen hier.

 

Anweisungen von Sven Nr. 2

Eigentlich haben wir gelernt, dass Chinesen klare Anweisungen brauchen. In dem Fall bin ich hier wohl die einzige Chinesin. Was es da manchmal für undeutliche und schwammige Aufgaben und Gruppenchats gibt. Oh mann!

Und mein Aufgabengeber Ray ist eine Kopie von meinem Lieblingsmitbewohner Sven Wisnewski. Eigentlich intelligent, aber immer total verwirrt, unfähig klare Nachrichten zu schreiben, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem :D

 

Eine ganz normale Woche?

Montag nach dem Kurs gings auf ein Bier mit Guiseppe. Schon interessant mit einem 45 jährigen Italiener abzuhängen. Aber interessant einen Piloten zu kennen, der sogar schon den italienischen Präsident geflogen hat. Jetzt arbeitet er für China Air, weil die Italien Air ihn an den Schreibtisch versetzen wollte.

Sightseeing während der Arbeitszeit

Donnerstag mussten PJ und ich wieder Bars suchen, die Delirium verkaufen, damit Ray den Delirum-Bier-Typ dort hinbringen kann. PJ wollte sich aber nochmal umziehen, da ein langes Hemd nun eher ungeeignet war, um durch die Straßen zu ziehen. Er wohnt in einem mega coolen Hochhaus! Aus dem 48. Stock konnte ich den wunderbaren Ausblick genießen, während er noch fix seine Sachen bügelte :D Schnösel.

Für mich war der Ausflug gut, da konnte ich gleich noch ein bissl Sightseeing machen, denn wir sollten das Gebiet um den HouHai und BeiHai abchecken. Das ist definitiv der Ort an dem man abends sein muss! Ganz viele Bars mit Dachterrassen um einen schönen See. Top! Wir fanden auch direkt den Schnulli des Monats: Qualmende Getränke! Definitiv nicht gesund, aber für 1,20€ konnte ich nicht nein sagen! Mit extra viel Trockeneis ging es ab im Becher! :D Anschließend gabs noch die chinesische Churro – Variante Churou. Bei Finden von Bars mit Delirium waren wir allerdings weniger erfolgreich.

  

 

Beijing Kaoya!

Abends gab es das Event „Peking Ente Essen“ mit der Hutong School. Dort lernte ich mal ein paar Leute kennen, die ich sonst durch meinen späten Sprachkurs nie zu Gesicht bekomme: einen Australier, eine Argentinierin und einen Brasilianer. Ach und eine weitere Deutsche, die noch 11 Tage hier bleibt, in 6 Wochen 4 Kilo verloren hat und dringend wieder zu Mutti will. Das gibt Hoffnung.

Peking-Ente an sich war super lecker. Wird man wohl leider nirgendwo in Deutschland so bekommen. Man nimmt ein Stück Ente, taucht es in eine schwarze, süsse Soße, legt es auf einen Mini-Wrap, dazu Gurke und Lauch, zusammenrollen, essen. Leider hatten wir zu 12. Nur zwei Enten. Und wie es so üblich ist in China wurden noch viiele verschiedene Gerichte dazu bestellt. Hühnchen mit Erdnüssen, Salat, Innereien, Krankenärmchen, Kartoffeln mit Pilzen, Pilze, … Dann kamen noch die ausgekochten Knochen der Ente. Und der Reis kam zum Schluss. Irgendwie blöd. Das dazu servierte Bier mit 2,5% schmeckte im Vergleich zu dem Belgischen nur noch wie Wasser :D

Die Innenstadt-Fressmeile ist wirklich sehr, sehr schön. Da muss ich im hellen nochmal hin. Wir schauten nochmal am Himmlichen Tor vorbei, aber 22 Uhr musste Mao schlafen gehen. Da wurde das Licht ausgeschaltet.

 

Bier während der Arbeitszeit

Freitag wollte Ray vor dem Besuch des Delirium-Bier Typens mal sicherheitshalber noch das Deliriumbier kosten. Bier während der Arbeitszeit, ich war natürlich dabei! Wir gingen in eine Bar für Ausländer „Heaven“ und orderten ein dunkles und ein helles Delirium. Schmeckte jetzt eigentlich nicht so toll. Ich glaub die Deutschen mögen nur Bier nach dem Reinheitsgebot. Nachdem jeder ca. 1 Flasche 9%iges Bier intus hatte, dachte ich, ich nehme mir mal noch das Pfirsich und das Himbeerbier mit nach Hause, um mal damit anzufangen alle Sorten zu testen. Die Verkäuferin war allerdings etwas zu fix und öffnete beide Flaschen. Öhm… nagut. Als wir in die 35°C warme Luft traten war auch gleich klar, dass bereits ein belgisches Bier eine deutliche Wirkung zeigt! Ray sorgte sich zwar, aber ich war fähig alle weiteren Aufgaben zu erledigen^^. Nach der Arbeit gab es dann noch die zwei offenen Fruchtbiere mit PJ. Pfirsich ist echt mal saulecker! Obwohl Freitag war, bin ich zu Hause einfach nur Tod ins Bett gefallen.

 

Hardcore Sightseeing - Lama Tempel, Konfuzius Tempel, Himmelstempel & Stadtmauer

Samstag war ich zeitig auf den Beinen und wollte noch eine paar Sehenswürdigkeiten erkunden. (Da ich die nächsten beiden Wochenenden komplett auf dem „Great Wall Forest Music Festival“ an der Chinesischen Mauer Bier ausschenken muss und da keine Zeit ist was zusehen.) Ich dachte mir ich laufe zum Lamatempel um noch etwas von meinem Viertel zu sehen und durch die „Geisterstraße“ mit vielen Lampions zu kommen. Sind ja nur 3 Blöcke. 45 Minuten später kam ich endlich am Tempel an. Die Geisterstraße ist tagsüber auch nicht sehenswert. Hmm. Naja am Tempel angekommen bekam ich für 2,50€ ein Ticket. Eigentlich waren fast alle Attraktionen hier so günstig. Manchmal bekommt man ein Ticket mit mehreren Abrissen. Anscheinend um mehr Abrissleute zu beschäftigen ;-) Nein, natürlich weil man einzelne Bereiche nochmal unterteilt hat. Lama Tempel war gleich neben den Tempel zur Weißen Pagode bisher mein Highlight. In ca. 15 Tempeln gab es sehr schöne Figuren, sowie zwei riesige Buddha Figuren zu sehen. Die größte 8 Meter hoch, über 3 Tempeletagen, aus einem einzigen Sandelholzstamm geschnitzt. Ein Geschenk des Dalai Lama an den Kaiser. Hat 3 Jahre gedauert die von Tibet bis Peking zu transportieren. (Foto siehe Facebook)

     

Dadurch dass die ganzen Chinesen sich vor jeder! Figur mit ihren Holzstäbchen in der Hand verbeugen mussten, gab es relativ viel Gedränge und ich kam mir etwas komisch vor als Nicht-Ehrfürchtige. Es waren auch alle so sehr mit Beten beschäftigt, dass ich nur am Eingang ein Foto mit einem älteren Ehepaar machen musste. :D

Gar nicht weit entfernt war der Konfuzius Tempel. Außer mehrerer Konfuziusse und schöner Kalligrafie gab es da aber leider wenig Beeindruckendes zusehen. Halt ein Ort des Wissens. Ein Typ, Jiang Heng, musste erst 628.000 Zeichen der 13 konfuzianischen Klassiker abschreiben, hat auch nur 12 Jahre gedauert! Und dann 3 Jahre lang in 189 Steintafeln meißeln. Aber jedes dieser 628.000 gemeißelten Zeichen ist absolut perfekt! Ein weiteres Highlight war das von mir anfangs schon beschriebene Erbseneis… mir wird immer noch schlecht wenn ich daran denke.

     

Eigentlich sollte noch ein Theaterstück stattfinden, aber die hatten grad Mittagspause. Dann fand ich doch noch einen sehr hübschen Tempel. Ich hatte euch ja erzählt, dass die Kinder hier Hosen mit offenem Arsch haben. Dadurch konnte ich beobachten, wie ein 1-jähriges Mädchen sich einfach mitten in den Tempel hockte und los pinkelte. XD Die Mutter war auch etwas entsetzt. Leider stand ich zu dicht dran um das zu fotografieren, da mir ja keiner glaubt :D Ich frag mich ehrlich wie die ihre Kinder trocken kriegen, wenn die einfach immer können, wenn die müssen. Die Mutter bemühte sich allerdings das wieder in Ordnung zu bringen.

       

Anschließend war Mittagszeit… also kritisch. Ich fand ein Café, die „Spaghetti“ angeschrieben hatten. Ging ich also rein und bestellte Spaghetti… die sollten das Wort ja kennen wenns draußen dran steht. Nö. Ich bestellte also Nudeln.  „Haben wir!“. Fein. Heftig nicken bekräftigte, dass ich die haben will. Hab dann auch tatsächlich Spaghetti bekommen. Meine Frage wo die Toilette ist, wurde mit „zur Tür raus, die Straße runter und dann rechts“ beantwortet. Ihhh öffentliche Toilette. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber unter 9 Bodenlochtoiletten gab es auch eine Sitztoilette.

Zeit 14.30 Uhr, auf zum Himmelstempel. An der U-Bahn mal wieder den falschen Ausgang gewählt und völlig Orientierungslos. Zum Glück gibt’s Google Maps mit Standortanzeige. Der Tempel ist von einem riesigen Park umgeben. Also wieder laufen. Vorbei an Leuten die Brettspiele spielen, Bauchtanz zu Electro tanzen und Federball mit den Füßen spielen statt mit Schlägern. Alle anderen 30 Millionen Chinesen waren mittlerweile auch am Himmelstempel angekommen.

Man konnte also nur kurz durch die Tür des Himmelstempels schauen, um zu sehen, dass es nicht sehr besonders aussieht. Die gefühlten 40°C in der vom Smog verdeckten Sonne töten mich auch langsam. Aber weiter zur Echohalle. An der standen schon übelst viele Leute Schlange um dann 2 Sekunden einen Blick hinein zu werfen. Der Witz an der Echohalle ist eigentlich, dass darin 3 Steine stehen: Einer gibt 1 Echo, der Zweite 2, der Dritte 3. Das schien man nicht ausprobieren zu können, also sinnlos, bin ich gleich weiter zum Opferplatz. In dessen Mitte versuchten sich 40 Chinesen gleichzeitig auf eine 60cm Durchmesser große Steinplatte zu stellen. Öhhhmm…. O.o

Da ich ziemlich fertig war, wanderte ich zwei weitere Gebäude im Park nicht noch ab. Ich lief die gefühlten 2km zurück zum Osteingang. Dabei traf ich noch zwei chinesische Chöre, die einfach im Park übten. War echt cool denen zu zuhören.

  

Eigentlich waren meine Füße schon völlig tot, aber ich wollte unbedingt noch die alte Stadtmauer sehen. Also wanderte ich noch 1,5km im Mauerpark an der Mauer entlang, die sich grad im Wiederaufbau befand. Am Ende befand sich der Pfirsichtempel. Aber viel war nicht zu sehen. Also noch einen Kilometer bis zur nächsten U-Bahnstation. Vorbei an zwei fetten Regierungsgebäuden. Ich war schon fast wieder am Ausrasten, weil ich den Eingang zur U-Bahn nicht finden konnte. Dann tauchte er doch noch auf der anderen Straßenseite auf. Heimwärts lief ein Chinese die halbe Straße lang exakt neben mir und starrte mich die ganze Zeit an. Als ich stehen blieb, blieb er auch stehen. Etwas unangenehm. Ich sagte also Hallo, er fragte wo ich herkomme. Dann fragte ich ob er ein Foto mit mir will. Hat er aber nicht verstanden. Frag ich ob er ein Handy hat. Ja. Hab ich ihn dann gezwungen ein Foto von mir zu machen. Keine Ahnung was er eigentlich wollte. Aber danach hörte er mir wenigstens auf zu folgen.

 

Der zensierte Riesen-Frosch

Gleich 2-fach Böse:
http://www.ksta.de/politik/dem-ex-praesidenten-zu-aehnlich-china-zensiert-die-riesenkroete,15187246,27937890.html

http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Ein-Frosch-gegen-Unterdrueckung-China-loescht-Berichte-ueber-Riesen-Kunstwerk-id30704937.html

Sonntag nach einem relaxten Vormittag nahm ich mir vor: „nur kurz den Frosch finden“. Wie immer in Beijing dauert alles länger als gedacht. Bei 45 Minuten Hinweg und ebenso langem Rückweg (trotz U-Bahnfahrt) verlief das also nicht so kurz wie geplant. Ich kam erst am Militärmuseum vorbei, aber da standen zu viele Leute an. Da werde ich definitiv später mal hingehen. Weiter verlängert wurde meine Tour durch das Auffinden des Beijinger Millenium Museum. Von außen eine riesige Sonnenuhr.

Eintreten durfte ich kostenlos gegen meinen Ausweis. Was mich erwartete wusste ich nicht. Im ersten Raum hingen Luftaufnahmen von bedeutenden chinesischen Städten von 1945. Einige US Soldaten waren dort stationiert und hatten diese Aufnahmen gemacht. Besonders interessant waren die Luftbilder von dem verbotenen Regierungsgebiet im Beijinger Zentrum. Das, wo man selbst den See nicht fotografieren darf. Sowie die Bilder der bereits von mir besuchten und der geplanten Besuchsorte.

Verbotene Stadt und dahinter das Regierungsviertel um die zwei Seen. 1945

So viel war allerdings 1945 in China nicht los, daher waren es friedliche Aufnahmen. Im nächsten Raum gab es französische Kunst. Soweit ich übersetzen konnte die erste französische Ausstellung dieser Art in China. Na hoffentlich auch die letzte! Zwischen abstrakten Bilder und Figuren nackter Frauen waren alle Besucher etwas verwirrt. Eine Etage weiter oben gab es dann einen beeindruckenden runden Saal. In der Mitte 5 goldene Säulen, einen Sternenhimmel und an den Wänden ein Steinrelief, was die komplette chinesische Geschichte zeigte. Angefangen bei Steinzeitmenschen die Feuer machen, über den Bau der chinesischen Mauer, zu Kriegen, zum Kommunismus, Mao Zedong und der modernen Zeit. Sehr beeindruckend.

In Etage 4 gab es noch berühmte Personen als Statuen… unter anderem Mei Lanfang, der den berühmten „Mei Style“ entwickelt hat. XD

Komisch war nur, dass vor der Sonnenuhr eine riesige gerade Bahn war. Theoretisch müsste da der Mittagsschatten hinfallen. Aber mittags ist doch der Schatten am kürzesten? Ich weiß also nicht wann der Schatten so lang sein soll. Vielleicht im Winter.

Danach konnte ich dann endlich auf Froschsuche gehen. Im Park war er auch direkt ausgeschildert. Nach 20 Minuten Fußmarsch hatte ich ihn dann gefunden. Und seine Freundin die Ente :D

  

Tretbootfahren kostet übrigens 100 RMB pro Person pro Stunde… also ca. 12€, sowie 300RMB Pfand. Wenn aber hier die normalen Arbeiter nur 200 RMB verdienen? Das ist doch krank! Sowieso… ein billiges Essen kostet 20 RMB, also 2,40€ … da können die ja nur 10 mal pro Monat Essen gehen (Essen gehen ist billig). Und da haben sie noch keine Miete gezahlt. Unvorstellbar.

Ich glaub ich muss mich korrigieren: Die verdienen ca. 2000RMB, also ca. 250€ pro Monat. Also können die doch Tretbootfahren, wenns den ganzen Monat nur Reis zu essen gibt ^^