Qingming Fest! Oder war es das Festival des reines Lichtes? Gräber-Feg-Tag?
Das Qingming Fest (清明节- Qīngmíng jié), welches in anderen Sprachen auch das Fest des reines Lichtes oder der Gräber-Feg-Tag genannt wird, wird schon seit über 2.500 Jahren gefeiert! Traurigkeit sowie auch Fröhlichkeit spielen eine wichtige Rolle an diesem Tag. Einerseits ist es der Tag im Jahr an dem man den Verstorbenen gedenkt. An diesem Tag geht man zu den Gräbern seiner Ahnen und isst nur kalte Speisen. Andererseits kündigt das Qingming Festival die Rückkehr des Frühlings an. Er kennzeichnet die Zeit, in der man wieder anfängt das Feld zu bestellen, da es von nun an immer wärmer und auch öfters regnet wird.

Die Herkunft
Wie entstand das Qingming Fest überhaupt? Nun, Kaiser Xuanzong, Tong Dynastie (618-907), wollte die ganzen extravaganten und übertrieben teuren Zeremonien zur Ahnengedenkung, die viele antike Herrscher hielten, eindämmen. Er befahl, dass man nur noch am Tag des Qingming Sonnenzyklus, den Ahnen gedenken kann. Das Fegen des Grabes gehört eigentlich zum Hánshí Fest (寒食节- Festlichkeit der kalten Speisen). Dieses wurde einen Tag vor Qingming abgehalten und wurde von Herzog Wen von den Jin-Ländern, zum Gedenken an Jie Zitui, eingeführt. Im Laufe der Jahre wurde aus den zwei Festlichkeiten eines.
Die Legende
Natürlich wäre das Qingming Fest keine traditionelle chinesische Feierlichkeit, wenn sich nicht auch eine Legende darum ranken würde! Man erzählt sich, dass Folgendes passiert ist:
Prinz Chong'er floh von den blutigen Kämpfen in den Jin-Ländern während der Frühling- und Herbstzeit und der Periode der Kriegerstaaten (770 - 476 vor Christus). Anschließend gingen er und seine Anhänger ins Exil. Dort verhungerte Chong'er fast, daher schnitt sich eines Tages sein getreuer Diner Jie Zitui ein Stück seines eigenes Beines ab und kochte eine Fleischsuppe daraus um seinen Prinzen zu nähren. Damit rettete er Chong'ers Leben. Der Prinz war so gerührt von der Treue seines Dieners, dass er ihm versprach ihm eines Tages die entsprechende Belohnung zu geben.
Nur 19 Jahre später, kehrte Chong'er zu seinem Königreich zurück und wurde Herzog Wen von den Jin-Ländern. Nun hatte Chong'er die Macht seine Anhänger reichlich zu belohnen, jedoch vergaß er Jie Zitui. Als dieses dem Herzog auffiel war er so beschämt, dass er alle seine Diener befahl Ausschau nach Jie Zitui zu halten, damit der Herzog ihn adligen konnte. Jie Zitui hingegen, lehnte diese Einladung höflichst ab und sagte zu den Dienern, dass er nicht nach Ruhm oder Reichtum suche. Daraufhin floh er mit seiner Mutter in die Berge. Herzog Wen hielt fest an dem Gedanken, dass er Jie Zitui persönlich danken möchte. Dieser war ja jetzt nicht mehr auffindbar, deswegen gab der Herzog den Befehl den Wald nieder zu brennen und somit Jie heraus zu treiben. Zwei Tage später fand Herzog Wen unglücklicherweise nur noch die zwei Leichen von Jie Zitui und seiner Mutter. Von seinem schlechten Wissen geplagt, begrub der Herzog die beiden in der gebührenden Art und Weise und befahl allen, dass sie an diesem Tag nie wieder ein Feuer anzünden und nur kalte Speisen essen sollten.
In dem darauffolgenden Jahr erklomm Herzog Wen den Berg um an Jie Zitui zu gedenken. Er war überrascht und sehr gerührt beim Anblick der abgebrannten Weide, unter denen Jie Zitui und seine Mutter verbrannten, denn diese war wieder zum Leben erwacht. Er fegte das Grab und erklärte somit den Tag zum Qingming Fest.
Die Bräuche

Der wichtigste Brauch, während des Qingming Fest, ist natürlich den Verstorbenen den gebührenden Respekt zu zollen in dem man ihre Gräber fegt, ihnen ihr Lieblingsessen und -wein anbietet, Papiergeld verbrennt und sich vor dem Grabstein verbeugt.
Daneben ist es auch der Tag an dem man hofft, dass der Frühling zurückkehrt deswegen unternimmt man einen Frühlingsausflug (踏青– Tàqīng, “Auf dem Grünen schreiten”). Nach dem kalten Winter, fängt die Natur wieder an zu leben. Die Bäume färben sich grün, die Blumen sprießen, die Wildtiere erwachen aus ihrem Winterschlaf und die Sonne scheint so schön wie noch nie zu vor.
Drachen steigen zu lassen ist einer der beliebten Bräuche während des Qingmings. Nicht nur am Tage gehen viele Leute in die Parks um Drachen steigen zu lassen, besonders in der Nacht ist das Treiben groß. Es werden Laternen an den Drachen oder an die Schnur angebracht, somit erscheinen sie wie die funkelnden Sterne am Himmel. So bald der Drache im Himmel ist, lassen Einige ihren Drachen frei und schneiden die Schnur durch. Man glaubt, dass das einem Glück bringt und Krankheiten vertreibt.
Also gedenke heute deinen Ahnen und fege jeglichen Staub von ihren Grabsteinen; ehre sie und biete ihnen ihr Lieblingsessen und -getränke an und danach.....
atme die frische Frühlingsluft ein!
Haike Bruneel
Sales & Marketing Officer



